Montessori Kinderhaus

Polarisation der Aufmerksamkeit

Das Phänomen der polarisierten Aufmerksamkeit hat Maria Montessori zum ersten Mal während der Beobachtung eines dreijährigen Kindes in ihrem Kinderhaus entdeckt. Das Mädchen, das damit beschäftigt war, eine Serie von Holzzylindern in die entsprechenden Öffnungen zu stecken und wieder herauszunehmen, ließ sich auch durch Störungen der anderen Kinder nicht von ihrem Tun abbringen. Erst nachdem sie ihre Übung unzählige Male wiederholt hatte, "hielt sie inne, so als erwache sie aus einem Traum und lächelte mit dem Ausdruck eines glücklichen Menschen".

Kinder wenden sich, sofern die Voraussetzungen dafür geschaffen sind, anhaltend und konzentriert einem Gegenstand zu, der sie fasziniert und ihnen ein selbstständiges Tun ermöglicht. Viele Erwachsene hindern Kinder daran, sich so ausgiebig mit einer einzelnen Sache zu beschäftigen, da sie selbst zu ungeduldig sind. Im Kinderhaus ist es die Aufgabe der ErzieherInnen, die Umgebung so vorzubereiten, dass sich dieses Phänomen der polarisierten Aufmerksamkeit einstellen kann.

Kinder, die diese Konzentration erleben und Freude an ihrem Tun erfahren, ohne dabei gestört zu werden, kommen im wahrsten Sinne des Wortes "zu sich selbst". Sie entwickeln ein erstaunliches Maß an Selbstständigkeit und Ausdauer und lassen sich auch später nicht so leicht vom Wesentlichen ablenken.

Termine
Kosmos-Kids