Montessori Kinderhaus

Freiheit und Bindung

Die Begriffe "Freiheit" und "Bindung" scheinen sich auf den ersten Blick zu wiedersprechen, in der Montessori-Pädagogik bedingen sie sich jedoch gegenseitig. Ein Kind, das in seiner Persönlichkeit befreit ist (Montessori nennt es "normalisiert"), will und kann in Freiheit und Disziplin arbeiten und lernen:

"Freiheit bedeutet nicht, dass man tut, was man will, sondern Meister seiner selbst zu sein. Sie ist dann erlangt, wenn das Kind sich seinen inneren Gesetzen nach den Bedürfnissen seiner Entwicklung entsprechend entfalten kann. Das Kind ist frei, wenn es von der erdrückenden Energie des Erwachsenen unabhängig geworden ist." 
(aus: Grundgedanken meiner Pädagogik)

Diese Freiheit ist von den Erziehern zu beobachten und zu pflegen; sie ist "durch Ergriffenheit und Ehrfurcht" zu respektieren. In der Praxis bedeutet dies, dass nur notwendige und sinnvolle Hilfen gegeben werden sollen, sowie die freie Wahl der Materialien ermöglicht sein muss. Diese freie Wahl kann aber nicht grenzenlos sein. Eine Einschränkung erfährt das Kind durch seinen eigenen Entwicklungsstand und seine Körperlichkeit (z.B. Müdigkeit), durch die Gemeinschaft mit anderen Kindern und den Erziehern, durch eine begrenzte Zeit sowie durch Sachgesetzlichkeiten (z.B. Material). Dadurch, dass die Kinder selbst entscheiden, was und mit wem sie arbeiten möchten, sind sie letztendlich aber auch an ihre Aufgabe und ihren Partner gebunden. Freiheit und Bindung stellen also keinen Widerspruch dar, sondern gehen Hand in Hand.

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Kosmos-Kids